Geschichte St.Laurentius

St.Laurentiuskirche
St.Laurentiuskirche
 
Die Wurzeln der heutigen Stadtkirche reichen bis ins 8. Jh. n. Chr., wo an der gleichen Stelle die Kapelle "Maria in den Feldern" bezeugt ist.

Im Jahre 1293 stiftete Hedwig v. Swende eine neue Kirche. Belege hierfür finden sich auf einem Grabstein und einem Gedenkstein im Inneren der Kirche. Das neue, der Mutter Gottes geweihte Gotteshaus wurde von der Familie Swende dem Karmeliterorden übereignet, der neben der  Kirche ein Kloster erbaute. Infolge der Reformation und der anschließenden Glaubenswirren mussten die Karmeliter 1565 das Kloster verlassen und kehrten erst 1720 wieder nach Weinheim zurück. Etwa um 1700 wurde die Kirche dem hl. Laurentius geweiht und war bis zur Aufhebung des Ordens 1802 Klosterkirche.
Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts wurden in der Klosterkirche wesentliche bauliche Veränderungen vorgenommen, wobei der gotische Stil und der nach Osten gerichtete Chor zunächst erhalten blieben. Schließlich dachte man an einen Neubau. So wurde die heutige Kirche im Stil einer oberitalienischen Basilika nach dem Vorbild von San Lorenzo in Rom konzipiert, von 1911-13 erbaut und am 13. Mai 1914 vom Erzbischof von Freiburg geweiht. Die Barockaltäre und Kanzel der gotischen Kirche wurden übernommen, der Turm. der 60 Jahre früher erbaut worden war, wurde in den neuen Kirchenbau integriert. In den Jahren 1964-65 wurde die Kirche innen umgestaltet, wobei Vieles einem neuen Kunstverständnis zum Opfer fiel. Von 1981-1994 wurde die Kirche weitesgehend im ursprünglichen Bestand restauriert.
Das Pfarrgebiet erstreckt sich über die Stadteile Innenstadt und Müll und wird im Norden von der Weschnitz, im Osten vom Gorxheimer Tal, im Süden von Lützelsachsen und im Westen von der Bahnlinie begrenzt. )

Wie aus dem Bilderbuch

Bericht aus dem

Eine über 100-jährige gemeinsame Geschichte
In der Seelsorgeeinheit Weinheim-Hirschberg wurden die Kirchen Herz Jesu und St. Laurentius neu renoviert

Bericht aus dem

Stück für Stück kommt die Treppe zurück

Die historische Treppe der St. Laurentiuskirche wird aufwendig und originalgetreu restauriert/ In drei Wochen sollen die Arbeiten endgültig abgeschlossen sein Bericht der 

100 Jahre St.Laurentius

 

Berichte und Presseartikel zum Jubiläum

 

Turm- und Kruzifixrenovation

Infos zur Orgel

Stein für Stein vom Sockel bis zum Dach, Renovierung der Außenfassade siehe

 


WN v. 18.11.11

Bei Sturm und Regen Grundstein gelegt.

WEINHEIM. In einem festlichen Gottesdienst gedenken Weinheims Katholiken am morgigen Samstag um 19 Uhr des 100. Jahrestags der Grundsteinlegung für die heutige St.-Laurentius-Kirche am Marktplatz. Damit beginnen zugleich die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Kirchenjubiläum, das am 14. Mai 2014, dem 100. Jahrestag der Konsekration des Neubaues durch den Freiburger Erzbischof Dr. Thomas Nörber, seinen Höhepunkt erfahren wird. Als am 19. November 1911 der Cäcilienverein unter seinem Dirigenten Alphons Meißenberg mit Mozarts Ave Verum auf der Baustelle gegen Regen und Sturm ansang, hatte Weinheim 14 170 Einwohner und unter ihnen 3539 Katholiken neben 10 346 Protestanten, 188 Israeliten, vier Altkatholiken und 93 Bürger anderen Bekenntnisses.

Demütiges Gefühl

In der Festpredigt formulierte Kaplaneiverweser Ernst Irion (Waldshut) die Stimmungslage der Weinheimer Katholiken: das Gefühl der Demut, mit dem man von einem ehrwürdigen Gotteshaus Abschied nimmt, und das Gefühl der Freude, dass sich am gleichen Platz, an dem die alte Kirche seit über sechs Jahrhunderten stand, bald ein stolzer Neubau erheben würde.

Schon seit 1850 kündigte ihn der von Heinrich Hübsch, dem aus Weinheim stammenden, großen badischen Baumeister errichtete Glockenturm an. Aber immer wieder hatten kriegerische und innenpolitische Ereignisse den Kirchenneubau verzögert, ehe 1910 die Entscheidung für den Abbruch der alten, nach Osten ausgerichteten Klosterkirche und den Neubau der um 180 Grad gedrehten neuen St.Laurentius-Kirche gefallen war. Die vom Dekan des Landkapitels Weinheim, Pfarrer Gustav Becker, verlesene und dem Grundstein beigefügte Urkunde ist ein stadt- und zeitgeschichtliches Dokument. Vorstand des Großherzoglichen Bezirksamtes Weinheim war 1911 Geheimer Regierungsrat Karl Steiner, Weinheimer Bürgermeister Heinrich Ehret. Pfarrer der einzigen katholischen Gemeinde war Dekan Gustav Becker, Vikar Johann Hoffmann.
In der Ulner’schen Kapelle wirkte als Benefiziat Ferdinand Joseph Lehmann. Mitglieder des Stiftungsrates waren Männer, die auch in der Kommunalpolitik wichtige Aufgaben erfüllten: Tünchermeister Franz Bleienstein, Schreinermeister Adam Lutz, Schneidermeister Michael Ebert, Kunst- und Handelsgärtner Valentin Schropp und Kaufmann Emil Willenbücher.

280 000 Goldmark Baukosten

Die Mittel zur Erbauung der neuen Kirche und zum Umbau des alten Klosterflügels in das künftige und heutige Pfarrhaus übernahm die Schaffnerei Heidelberg als Rechtsnachfolger des ehemaligen Karmeliterklosters. Die Bausumme war mit 280 000 Goldmark kalkuliert, für den Pfarrhausumbau waren 36 000 Mark vorgesehen. Die neue Kirche, zu deren Chorerweiterung der Nachbar, Sigmund Graf von Berckheim, 12 Quadratmeter

aus seinem Schlossgarten stiftete, entstand nach den Plänen des Erzbischöflichen Bauamtes Heidelberg.

An den Rohbau- und Innenarbeiten wurden die Weinheimer Firmen Adam Charbon, Wilhelm Krämer, Anton Fischer, Johann Kern, Heinrich Grimm, Michael Schäfer, Hermann Franzmann und Peter Klein

beteiligt. Der Urkunde wurden die Tagesausgaben des „Weinheimer Anzeigers“, der „Weinheimer Zeitung“, des „Pfälzer Boten“ aus Heidelberg, des „Badischen Beobachters“ aus Karlsruhe und des „Neuen Mannheimer Volksblattes“ beigefügt, außerdem aktuelle Münzen, Wein und Ähren aus dem Jahre 1911 und eine Fotografie der alten Karmeliterkirche.
Während der Bauzeit fanden die katholischen Gottesdienste übrigens in der Ulnerkapelle und in der 1910 erbauten und dem Heiligen Herzen Jesu geweihten „Notkirche“ statt, der heutigen Herz-Jesu-Kirche in der Nachbarschaft der Stadthalle.

-ell