Verabschiedung von Laith Mtity als Integrationshelfer
Mit Laith Mtity, junger Iraker und Christ, der selbst geflüchtet ist, Theologie studiert hat und mehrere insbesondere nahöstliche Sprachen beherrscht, wurde der ideale Kandidat für diese Stelle gefunden, ein echter Glücksfall, damit konnte er wesentliche Beiträge für das gegenseitige kulturelle Verständnis leisten und nicht selten Missverständnisse aus dem Weg räumen.
Ein Beirat zusammengesetzt aus jeweils 2 Vertreten beider Gemeinden hat die Arbeit von Laith Mtity in diesen 2 Jahren begleitet.
Am Anfang seiner Tätigkeit standen Übersetzungen und die Begleitung der Geflüchteten auf den ersten Schritten in Deutschland im Vordergrund. Hierzu zählten Unterstützung bei Asylanträgen und allen notwendigen behördlichen Vorgängen,
Hilfe bei interkulturell bedingten zwischenmenschlichen Problemen in den Unterkünften, Begleitung bei Arztbesuchen sowie persönliche und seelsorgerliche Gespräche auch mit traumatisierten Menschen.
In diesen Zeitraum begleitete Herr Mtity einige Geflüchtete in einem Taufkurs auf ihrem Weg zur Taufe und in der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde wurde ein wöchentlich stattfindender Almasirakurs (hier werden Grundzüge des Christlichen Glaubens speziell für Menschen aus dem nahöstlichen Kulturkreis vermittelt) gestartet. Diese Zeit war von sehr großem ehrenamtlichen Engagement geprägt und auch hier konnte Laith Mtity nicht nur als Übersetzer sondern auch mit Rat zu interkulturellen Besonderheiten zur Seite stehen.
Eine Grundlage der Arbeit von Laith Mtity war seine gute Vernetzung mit der Stadt, Caritas und Diakonie und dem Arbeitskreis Asyl.
Während des letzten Jahres hat sich die Situation der Geflüchteten verändert, das Interesse am Christentum hat stark nachgelassen, die schwerpunktmäßigen Themenkreise sind der Wunsch nach Familiennachzug und einer eigene Wohnung sowie der Wunsch nach einem Praktikum oder einem Ausbildungs-/ Arbeitsplatz, allerdings häufig mit wenig realistischen Vorstellungen und Durchhaltevermögen. Ehrenamtliche sind jetzt nicht selten überfordert und ziehen sich enttäuscht zurück.
Die jetzt anstehenden Themenschwerpunkte sind nur strukturiert durch Kommune und Staat zu bewerkstelligen.
Eine weitere Besonderheit dieses Projektes war auch die Zusammenarbeit der beiden Gemeinden, der kath. Seelsorgeeinheit Weinheim-Hirschberg und der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde Weinheim.
Gelebte Ökumene – Als Christen sind wir gemeinsam und vertrauensvoll einen Weg gegangen, zusammen mit Laith Mtity Geflüchtete bei ihrem Start in eine neue Zukunft zu unterstützen. Für beide Gemeinden war das Kooperationsprojekt eine echte Bereicherung.
Am 15. Juli hat Laith Mtity seine Arbeit beendet. Wir danken Laith Mtity für seine Engagement als „Brückenbauer“ zwischen Geflüchteten und hier heimischen Menschen.
Beim ACK Gottesdienst im Schlosspark am 22. Juli haben wir Laith Mtity gemeinsam verabschiedet.
Für den Beirat Ulrike Schellhammer

